Gefahrstoffe nehmen ihren Weg in den menschlichen
Organismus nicht nur durch Mund oder Nase, sondern auch
durch die Haut, dem größten und wohl auch am meisten
belasteten Organ des Körpers. Die Natur hat dem
Organismus mit der Haut ein schützendes, komplexes und
enorm leistungsstarkes System zugedacht. Sie schützt vor
chemischen, physikalischen und biologischen Angriffen auf
das Körperinnere. In hochtechnisierten und
weiterentwickelten Industrieländern wird die Haut jedoch
immer häufiger in einem Maße belastet, die ihre
Leistungsfähigkeit überschreitet.
Zum Schutz gegen chemische Stoffe bei der Arbeit ist
Schutzkleidung eine persönliche Schutzausrüstung, die
den Rumpf, die Arme und die Beine vor schädigenden
Einwirkungen bei der Arbeit schützen soll.
Die chemische Durchdringung (Permeation) ist der Transport
einzelner Moleküle durch Schutzbekleidungsmaterialien.
Der Transport findet nicht durch mikroskopisch kleine
Löcher statt (Penetration) sondern aufgrund von
chemischen/physikalischen Wirkungen zwischen z.B.
Schutzhandschuhmaterial und der Chemikalie.
Bei Chemietests von Schutzkleidungsmaterial ist die
Ermittlung von Durchbruchzeiten und Permeationsraten die
wesentlichste Grundlage für die Abschätzung des
Gefahrenpotentials. Die europäische Norm EN 374 regelt
die Durchführung der Tests zur Chemikalienprüfung von
Schutzhandschuhen, die sinngemäß auch für die Prüfung
von Schutzkleidung zugrunde gelegt werden kann. In der
Norm EN 374 wird die Bestimmung der Widerstandsfähigkeit
eines Handschutzmaterials gegenüber Permeation durch eine
feste oder flüssige Chemikalie beschrieben, indem die
Durchbruchzeit der Chemikalie durch das Material gemessen
wird.
Im PERMOBIL erfolgt die Messung in einer temperierten
Permeationsmesszelle gemäß EN 374 und EN ISO 6530. In
der Messzelle wird die Probe eingespannt und auf der
Vorderseite mit der Prüfsubstanz beaufschlagt. Der
Messraum auf der Rückseite wird mit gereinigter
Umgebungsluft durchströmt, wobei ein Teilstrom zur
Konzentrationsmessung in ein PID - Handmessgerät (z.B.
Sirius der Firma MSA Auer GmbH) geleitet wird. Die
Aufzeichnung des Detektorsignals liefert die
Permeationskurve des untersuchten
Material-Chemikalien-Paares und erlaubt die Bestimmung der
Permeationsrate. Der Bau der kompakten und mobilen Anlage
erfolgte auf Basis einer Entwicklung des IFA: „Aus der
Arbeit des IFA, Nr. 0304“ (Download unter:
www.dguv.de/ifa). Der mobile Permeationsprüfstand
„PERMOBIL“ wurde speziell zur Prüfung von
Chemikalienschutzhandschuh- bzw.
Chemikalienschutzkleidungsmaterialien auf Durchlässigkeit
gegenüber Chemikalien entwickelt.
Verfasser: Werner Zillger LABC-Labortechnik, Hennef



