Der sonst für Forschungszwecke genutzte
Kommunikationsakustik-Simulator in Ol-denburg ermöglicht
akustische Illusionen von allen erdenklichen Räumen –
vom Ba-dezimmer über die Cafeteria bis hin zum großen
Konzertsaal.
„Der Effekt entsteht dadurch, dass akustische Parameter
wie Nachhall und erlebte Raumgröße in weiten Bereichen
variiert werden können. Im Raum erzeugte Geräu-sche, wie
z.B. Musik, werden von zahlreichen Mikrophonen in der
Decke aufgenom-men. In der Schaltzentrale des
Kommunikationsakustik-Simulators werden die akusti-schen
Signale gezielt verändert und über Lautsprecher in
Decken und Wänden wieder in den Raum hineingespielt“,
erklärt Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier,
wissenschaftlicher Leiter des Kompetenzzentrums HörTech,
die hochkomplexe Technik des faszinieren-den Raumes.
Normalerweise wird dieser deutschlandweit einzigartige Raum für wissenschaftliche Studien genutzt. So wird beispielsweise die Benutzbarkeit neuer Hörgeräte und Han-dys in extrem unterschiedlichen akustischen Situationen untersucht.
Doch einmal im Monat
öffnet der Forschungsraum die Türen für die
Öffentlichkeit und bietet Musikfans besondere klangliche
Erlebnisse. Bislang wurden die Konzerttermine vom
Förderverein des Hauses des Hörens vor allem von
Bewohnern im Nordwesten Deutschlands besucht. Doch das
nächste Konzert ist von jedem Ort auf der Welt
er-lebbar.
Dank der sogenannten Kunstkopf-Stereophonie erlebt der
Zuhörer zuhause mit Kopf-hörern das Konzert genauso wie
die Zuhörer in Oldenburg. „Im Zuschauerbereich wird ein
künstlicher Zuhörer sitzen, der stellvertretend den
Internet-Nutzern seine Ohren zur Verfügung stellt. Durch
die Anordnung der Mikrofone entsteht ein realistischer
Ein-druck“, erklärt Kollmeier die Besonderheiten dieser
Aufnahmetechnik.
Das nächste Konzert, das live übertragen wird, findet am 22. Januar 2010 um 20.00 Uhr statt. Die international anerkannte Musikerin Paulina Kilarska präsentiert Cemba-lomusik des 17. und 18. Jahrhunderts. Ihr meisterhaftes Spiel wird sie auf zwei Cem-bali unter Beweis stellen, die kombiniert mit der Raumakustik des Kommunikations-akustik-Simulators zu sehr unterschiedlichen Klangerlebnissen führen werden.
Über die Internetseite www.hausdeshoerens-oldenburg.de/ unter der Rubrik „Aktuel-les“ kann das Konzert kostenlos verfolgt werden.
Die HörTech gGmbH wurde 2001 als Kompetenzzentrum für Hörgeräte-Systemtechnik vom Hörzentrum Oldenburg und der Universität Oldenburg gegründet. Ziel der gemeinnützigen Gesellschaft ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung und die Gewinnung neuer Methoden und Erkenntnisse im Bereich des Hörens. Das Institut, das ur-sprünglich aus einem bundesweiten Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hervorgegangen ist, genießt mittlerweile internationale Anerkennung und leistet viel beachtete Grundlagenforschung zur Verbesserung von Hörgeräte-Technik. Die Mitarbeiter der HörTech suchen nach neuen Möglichkeiten, Hörgeräte besser an die indivi-duellen Bedürfnisse ihrer Träger anzupassen, sowie nach Methoden, die die Rehabilitation von Hörgeschädigten er-leichtern. Für die wissenschaftliche Arbeit werden neueste Erkenntnisse über Audiologie und digitale Verarbeitung von Signalen zusammengeführt. Dabei greift die HörTech auf ein bundesweites Kompetenz-Netzwerk zurück. Sitz der HörTech gGmbH ist das „Haus des Hörens“ in Oldenburg: www.hoertech.de.



