Viren waren wahrscheinlich die erste Form des Lebens
auf der Erde überhaupt, wir sind also deren Nachfahren.
Seit Äonen begleiten sie die Entwicklung der Pflanzen,
Tiere und von uns Menschen. Sie sind immer schon da: in
uns und um uns herum. Die Fünfte Kolonne nannte man im
spanischen Bürgerkrieg einen Gegner, der schon längst im
Inneren der Republik angekommen ist, während man noch
glaubte, dass die Kämpfe an der Front stattfinden.
In neun Filmen spricht Alexander Kluge nicht nur mit
renommierten Experten der Virologie und Mikrobiologie,
sondern lässt auch Historiker über die Geschichte der
Pest zu Wort kommen und altbekannte dctp-Gäste wie Helge
Schneider, Peter Berling und Hans Friedrich von Hohmeyer
in hochamüsante Rollen schlüpfen.
Folgende Filme befinden sich im Einzelnen in der Themenschleife „Die Fünfte Kolonne der Viren und Bazillen“, die ab Freitag, dem 12. Februar 2010., auf dctp.tv zu finden ist:
Die Fünfte Kolonne der Viren
Mit Alexander Kekulé.
Es gibt mit Sicherheit einige 10.000 Viren, die dem
Menschen gefährlich werden können. Bei der Vogelgrippe,
der Schweinegrippe und der Spanischen Influenza zeigen sie
sich wandlungsstark und immer erneut gefährlich.
Innerhalb von Minuten können sie nicht nur gemeinsam eine
Zelle befallen. Sie können auch – wie Soldaten – ihre
je eigenen Waffen austauschen. Der Mikrobiologe Prof. Dr.
Alexander Kekulé über die Fünfte Kolonne der Viren. Sie
sind Gegner, die wir nie endgültig besiegen können und
zugleich bilden sie unseren ältesten Vorfahren.
Der Schweinegrippe-General
Mit Helge Schneider.
Aufregung, aber auch kühner Sinn im Pentagon.
Generalmajor Mike Colins (Helge Schneider) fürchtet keine
äußeren Feinde. Es ist jetzt aber ein innerer Feind
hinzu getreten. Die Schweinegrippe. Der Virus kann sich
mit anderen Virensorten (Feinden) verbinden und stellt den
militärischen Sachverstand vor völlig neue Probleme. Der
Krieg ist das Ende aller Pläne.
Supermacht der
Viren
Prof. Dr. Karin Mölling über die evolutionäre Rasanz
der kleinsten Lebenssplitter
Auf dem Blauen Planeten koexistieren seit Äonen
diejenigen Lebewesen, die aus Zellen zusammengesetzt sind,
mit der Welt der Viren. Man versteht aber die Evolution
schlecht, wenn man von einem Krieg der Viren spricht.
Man weiß nicht, ob die Lebenssplitter, die man Viren
nennt, tot oder lebendig sind, ob sie bloß aus Programm
bestehen oder selbstständige Körper bilden. In jedem
Fall zeigen sie eine radikale Intelligenz,
Wandlungsfähigkeit und scheinen an nichts anderem
interessiert als sich zahlenstark zu vermehren. Prof. Dr.
Karin Mölling, Universität Zürich gehört zu den
führenden Virologen in der Welt.
Unter
SARS-Verdacht
Mit Peter Berling.
Als Opernsänger durcheilt Alwin Gigli die Welt von
Gastspiel zu Gastspiel. Das exponiert ihn der Infektion im
Fall der SARS-Epidemie. Vorsichtshalber trägt er
Mundschutz, da seine Kollegen im Opernhaus darauf
bestehen, nicht von ihm „angesungen“ zu werden. Der
Mundschutz beeinträchtigt deutlich den Gesang.
Bakterien vergessen nichts
Prof. Dr. Dr. Jörg Hacker über Millionen Jahre alte
Inseln des Wissens in der Evolution
Mikroben bilden „Gesellschaften“. Sie existieren in
Pulks und bilden „Inseln in der Zeit“. So kann uns
heute eine solche Gruppierung begegnen, die vor Millionen
vor Jahren entstand. Diese Lebenswelt der Viren speichert
Informationen. Prof. Dr. Dr. Jörg Hacker ist der Chef des
Robert- Koch-Instituts, das für den Fall von Pandemien
zuständig zeichnet.
Im Pesteinsatz in Indien
Oberst a. D. Komorowsky berichtet.
Der pensionierte Mitarbeiter des Ehemaligen Ministeriums
für Staatssicherheit hat das Pestgebiet im Umkreis der
indischen Stadt Surat besucht. Ihn interessierte
insbesondere das System der Nachrichtensperren, mit denen
die indische Regierung die für Geschäftsbesuche und
Fremdenverkehr in Indien höchst nachteiligen Folgen der
Lungenpest begrenzen konnte. Oberst a. D. Komorowsky (Hans
Friedrich von Hohmeyer) vergleicht die Technik der Inder
mit den eigenen Erfahrungen in der DDR.
Der
schwarze Tod
Prof. med. Dr. Klaus Bergdolt über die Seuche, die ganze
Völker auslöschte
Von Osten kommend, hat die Pest in der Antike und im
Mittelalter Häfen, Städte und ganze Länder verwüstet.
Die Seuche tötete nicht nur Menschen, sondern sie
zerrüttete in radikaler Weise den gesellschaftlichen
Zusammenhalt: ein Seuche, die Gemeinwesen vernichtet.
Die Pest in Athen
Mit Dr. Mischa Meyer. Thukydides Beschreibung der Folgen
eines Präventivkriegs
17 Jahre lang lieferten sich Athen und Sparta einen
blutigen Krieg. Danach waren beide Mächte zerschlagen.
Dieser peleponnesische Krieg (431 bis 404 vor Christus)
begann als Präventivkrieg. Auf dem Höhepunkt brach die
Pest über das belagerte Athen herein.
Der Althistoriker Dr. Mischa Meier von der Universität
Bielefeld berichtet.
Der Parasit ohne Gnade.
Mit Prof. Dr. med. Heiner Schirmer
Alexander der Große, Oliver Cromwell, Friedrich Schiller
und viele andere Berühmte starben an Malaria. Wer
körperlich wenig zuzusetzen hat, stirbt am leichtesten.
Insofern ist Malaria besonders tödlich in Ländern der
Armut. Das zähe Überleben, die Verwandlungskunst dieses
Parasiten, sein Kreislauf über mehrere Wirte, sind ein
Beispiel für den Einfallsreichtum der Evolution. Prof.
Dr. med. Heiner Schirmer von der Universität Heidelberg
über den Parasiten ohne Stolz und ohne Gnade: den
Malariaerreger.



